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Das weiße Blatt »Papier« – oder, wie unser Weihnachtsmailing entsteht.

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Kathrin Hehl
09. Juli 2020• min Lesezeit

Unsere Kunden kennen unsere aufwendigen Weihnachtsmailings und freuen sich jedes Jahr wieder darauf. Der Titel »Weihnachtskarte« trügt, noch nie hat ein Weihnachtsbaum oder ein Mann in rotem Gewand die Karte geziert. Die alljährlichen Weihnachtsmailings sind für uns ein spezieller Fall von Ideenfindung und Umsetzung. Inzwischen oft mit namhaften Designpreisen gekürt, können wir 2020 sogar vermelden, dass es das Gesamtpaket aus Mailings der letzten 30 Jahre geschafft hat, den German Brand Award zu ergattern. Darauf sind wir sehr stolz.

Jeder weiß, sich eine Idee aus den Fingern zu saugen, ist nicht einfach. Das betrifft natürlich nicht nur die Gestalter. Dennoch werden wir sehr oft gefragt: »Wie kommt man immer auf solche Ideen?«

Die DART-Weihnachtsmailings sind eine hochkomplexe Angelegenheit aus Ideenfindung, Verwerfung, Neuanfang, Umsetzung, Niederlage und wenn es dann fertig ist: Stolz. Unsere Kunden erwarten dieses Mailing bereits kurz vor Weihnachten, ohne zu wissen, dass der kreative Prozess bereits Anfang desselben Jahres begonnen hat. Jedes Jahr wird ein anderer Grafiker auserkoren. Dieser Auftrag ist gefürchtet. Denn der Anspruch an das Mailing und sich selbst ist hoch!

Aber nicht nur die tolle Idee macht es aus, auch der hochwertige und vielfältige Druck der Druckerei Imberger (Stuttgart) aus Veredelungstechniken sind besonders daran. Der Empfänger kann etwas basteln, zusammenstecken und hat ein haptisches Erlebnis im Zusammenwirken mit schönem Design und ausgefuchster Typografie.

Diese Karten sind über viele Jahre »gewachsen«. Genauso lange besteht auch die Zusammenarbeit mit der Druckerei Imberger, die sich und unsere gemeinsamen Karten immer wieder neu erfindet.

Wie kommt man aber auf die Idee aus einer Weihnachtskarte ein Gewächshaus, einen Zen-Garten, eine Sonnenuhr, ein Kochbuch, eine Lampe, die Büste Beethovens oder Papierflieger und sogar Bewegtbilder zu machen? Es gibt kein Universalrezept! Jeder Gestalter tickt anders.

In den 20 Jahren meiner Tätigkeit bei DART, durfte ich bereits 5 dieser Mailings machen und möchte das gar nicht an einer einzelnen Idee erläutern, sondern am Prozess. Dieser beginnt mit dem gefürchteten weißen Blatt »Papier«. Sei es auf dem Tisch vor einem liegend oder digital auf dem Monitor. Es strahlt rein und weiß und …leer. Es will befüllt werden. Es gibt aber keinen Knopf den man drücken kann. Man recherchiert, in Büchern, im Internet …nichts! Und das weiße Papier strahlt! Man lässt es liegen, obwohl es einen nachts in den Träumen verfolgt. Man nimmt am Tag alles viel wahrer und schaut sich überall um. Nichts! Kein Sprudeln, kein kreativer Erguss …nichts. Und das weiße Papier strahlt! Man entwirft Skizzen, aber von was? Man schreibt sich Dinge auf, aber wohin führen sie?

Dann, die ein oder andere Idee. Ist sie umsetzbar? Nein, 50% davon können also gleich in die Tonne. Und das weiße Papier strahlt! (Die vielen Zwischenschritte, Absprachen mit Druckerei, Kollegen und Geschäftsleitung lassen wir mal aus. Diese sind manchmal sehr erbauend, können einen aber auch in der Arbeit schwer zurückwerfen.)

Nach vielen Tagen, vielleicht Wochen in einer schlaflosen Nacht, der Geistesblitz. Eine Idee, die man sich am besten gleich notiert oder scribbelt. Dieser Blitz kann einen aber auch ereilen, wenn man mit dem Auto durch die Stadt fährt, ein Plakat sieht oder sich Menschen anschaut. Ereignisse im Fernsehen sieht oder im Urlaub am Strand sitzt. Es gibt sie nicht, DIE eine Umgebung in der Ideen wachsen, auch in unserem Beruf nicht.

Wir haben Sie gefunden, die Idee!

Aber …das weiße Papier strahlt! Immer noch!
Die Idee wurde getestet in Umsetzbarkeit, Druck und Wirtschaftlichkeit, aber die komplette Gestaltung fehlt. Man sucht sich in einem ähnlichen Prozess wie dem der Ideenfindung optische Elemente, Schrift, Farbe, Stanzen, Bastelanleitungen, Bilder um dem weißen Papier Herr zu werden. Man gestaltet, schiebt herum und verwirft…seeehr oft. Es ist manchmal ein niederschmetternder Prozess, voller Blut, Schweiß und Tränen.

Bis zu dem einen Punkt, dem, der das weiße Papier besiegt, das höhnende Strahlen erlöschen lässt. Fast unmerklich führt er vom Tief ins Hoch. Das ist der Point of no Return, denn auch die Zeit läuft unaufhörlich weiter. Plötzlich gestaltet man, textet, hat gefunden was man braucht und es macht einfach nur Spaß seine gestalterischen Ideen sprudeln zu lassen. Die Schriften zu suchen und diese wunderbar in Szene zu setzen. Man recherchiert, baut Bilder auf, illustriert, druckt aus und bastelt, um sich zu versichern, dass es auch funktioniert. Es funktioniert! Man hat es geschafft! Das weiße Papier hat den Kampf verloren.

Das ist der Prozess, der im Falle unseres Weihnachtsmailings von Januar bis Oktober gehen kann (natürlich nicht in Vollzeit). Weil wir hier aber ein hochwertiges Printprodukt in den Händen halten wollen, kommen noch andere Prozesse hinzu, die notwendig sind um auch dem Druck technisch gerecht zu werden. Damit dieser genauso perfekt wird, wie angedacht. Datenaufbereitung, Druckdatenerstellung, etc. Nicht zu vergessen, dass hier die Druckerei Imberger (www.imberger.de) eine ganz außergewöhnliche Druckleistung mit tollen Veredelungsverfahren erbringt. Jedes Jahr aufs Neue, 30 Jahre lang!

Und dann kommt der Tag, an dem der Gestalter höchstpersönlich in die Druckerei fährt um sein Werk abzuholen. Da ist er: der Stolz! Etwas geschaffen zu haben, das einzigartig ist. Etwas schaffen zu dürfen, das in der Zeit vom digitalen Medien, selten ist. Etwas, das man in die Hand nehmen kann.

Ja, man darf auch stolz auf sich selbst sein und man freut sich über das große und erstaunte Feedback der Empfänger. Kommt dann natürlich noch ein heißbegehrter Designpreis hinzu, ist das ein Grund zu feiern.

Wir machen weiter, bezwingen jedes Mal das weiße Blatt Papier, wenn eines der inzwischen seltenen Printprodukte entsteht, und freuen uns, den Kampf jedes Mal zu gewinnen.

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Kathrin Hehl
Art Director
DART GmbH

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