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Erstes Webforum Home-Office findet großes Interesse.

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Christoph Hegger
03. Dezember 2020• min Lesezeit

Home-Office hat sich in der Pandemie vom Sondermodell zum Normalfall gewandelt. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Mitarbeitermotivation? Welche praktischen Maßnahmen verbessern die Kommunikation in Teams? Und was ist erforderlich, um in den neuen hybriden Bürowelten langfristig erfolgreich zu bleiben?
 
Über 60 Entscheider aus den Bereichen Organisation und Personal bekamen Antworten auf diese Fragen im 1. Webforum Home-Office zum Thema »Mitarbeiter-Motivation im Home-Office. Ein Selbstläufer?«
 
Moderiert von Christoph Hegger von der Stuttgarter Strategieagentur DART Beratende Designer gaben die Referenten Richard Weller, Führungskräfte-Coach bei Alpha IC, und Sabrina Finger vom IT-Spezialisten atrify, Impulse, um Home-Office optimal zu nutzen.

Von der Kontrollkultur zur Ergebniskultur

Deutlich wurde, dass sich mit breit genutztem Home-Office tiefgreifende Herausforderungen an die Unternehmensführung stellen. Richard Weller fordert ein völlig neues Verständnis von Mitarbeiterführung, das auf Vertrauen beruht. Kein blindes Vertrauen, denn jedes Unternehmen braucht Engagement und Leistung seiner Mitarbeiter für den wirtschaftlichen Erfolg. Allerdings greifen aufgrund der räumlichen Distanz herkömmliche Indikatoren zur Leistungsbemessung nicht mehr. Er fordert einen Wandel von der Kontrollkultur zur Ergebniskultur. Statt starre Arbeitszeitkonten zu kontrollieren sind Wertschätzung, Teamgeist und die Sinnstiftung über das betriebliche Tun die Energiequellen, die den Erfolgsmotor antreiben.

Richard Weller ist Geschäftsführer der Alpha IC in Nürnberg.

Home-Office erfordert ein
vertrauensbasiertes Führungsverständnis.

Richard Weller, Alpha IC

Gelinge es, diese Faktoren als Unternehmenskultur zu verankern, werde der Erfolg sehr viel wahrscheinlicher. Dafür spreche auch seine eigene Erfahrung: „Seit der konsequenten Neuorientierung im Miteinander hat sich Alpha IC von einem erfolgreichen in ein sehr erfolgreiches Unternehmen gewandelt.“ Dies zeige sich in organischem Wachstum und in messbar gestiegener Attraktivität für ambitionierte Bewerber in einem umkämpften Arbeitskräftemarkt.

Mitarbeiter bewerten die neue Arbeitsrealität überwiegend positiv.

Sabrina Finger beschrieb eindrucksvoll, wie es gelang, 150 Mitarbeiter vollständig ins Home-Office auszulagern. Als IT-Spezialist mit internationaler Vernetzung waren bei atrify die technischen Voraussetzungen für das mobile Arbeiten bei fast allen Mitarbeitern bereits vorhanden. Dennoch musste die bisherige Präsenzkultur über Nacht abgelöst werden: Gearbeitet wurde von zuhause, Meetings sowie die komplette Kommunikation untereinander und mit Kunden wurden vollständig ins Netz verlagert. Nach der Lockerung des Shutdowns steuerte eine Buchungssoftware die Belegung des Büros, um pandemiegerecht zu agieren.

Sabrina Finger ist Senior Manager HR Strategy bei atrify, einem IT-Spezialisten für Produktdaten-Management in Köln.

Ortsungebundenes Arbeiten ist keine Frage der technischen Machbarkeit, sondern eine Frage der Führung.

Sabrina Finger, atrify

Zudem wurden die Mitarbeiter zu Ihren Erfahrungen mit dem Home-Office befragt, um über die unmittelbare Bewältigung der Krise hinaus Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen. Allein die Teilnahmequote von 95% verdeutlichte die Bedeutung der Veränderung für die Mitarbeiter. Die große Mehrheit bewertete die neue Arbeitsrealität positiv aufgrund konzentrationsfördernder Arbeitsbedingungen und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichwohl vermissten die meisten den regelmäßigen und oft informellen Austausch mit den Kollegen. Daher organisiert atrify nun zufallsgenerierte virtuelle Meetings untereinander. Sobald es die Pandemie erlaubt, sind – auch auf Wunsch der Mitarbeiter – wieder 50% Büro-Präsenz angestrebt.

150 Mitarbeiter der atrify arbeiteten über Nacht von zuhause aus statt im Büro.

Auch Finger betonte die Notwendigkeit einer vertrauensbasierten Führung sowie einer neuen, ergebnisorientierten Bewertungskultur. Mobiles Arbeiten erfordere allerdings aktives Engagement, um den Teamgeist als Voraussetzung für Innovation und Erfolg zu erhalten.

Vielen Dank für die interessanten Denkanstöße.
Herzlichen Dank für die tollen Impulse!
Ich freue mich schon auf die nächsten Veranstaltungen.

Teilnehmerstimmen im Chat

In einer lebhaften Diskussionsrunde konnten die Teilnehmer abschließend vertiefende Fragen an die Experten richten. So vergingen 90 Minuten wie im Fluge. Fast alle Teilnehmer blieben bis zum Schluss an ihren Monitoren – ein großes Kompliment an die Veranstalter und Referenten.

   
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